Steinerne Klassiker

08.05.2012 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neue Ausstellung der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena öffnet am 9.5. Bei Klassikern denkt man zuerst an Goethe und Schiller oder Beethoven und Mozart, vielleicht noch an Eisenstein und Truffaut. Doch kaum jemanden fällt dann wohl der Harz oder das Erzgebirge ein. Doch diese bergigen Gegenden haben ebenfalls Klassikerpotential zumindest unter Mineralogen. Beweisen wird das die neue Ausstellung in der Mineralogischen Sammlung (Sellierstraße 6) der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ab dem 10. Mai können Besucher alles über deutsche Erzlagerstätten und ihre Minerale erfahren eben echte Klassiker für Geowissenschaftler.

Die Universität Jena wird im Sommer Mitveranstalter eines großen, internationalen Mineralogenkongresses in Dresden sein, erklärt Dr. Birgit Kreher-Hartmann, die Kustodin der Mineralogischen Sammlung, den Anlass des Ausstellungsthemas. Während einer Exkursion werden die Experten aus aller Welt auch nach Jena kommen, weswegen wir einerseits durch die Exponate unsere Sammlung vorstellen und andererseits einen allgemeinen Überblick über deutsche Erzlagerstätten liefern wollen. Selbstverständlich sei aber das Thema auch für alle anderen Gäste sehr bereichernd. So gehört das Thema Lagerstätten auch zum Schulplan.

Die mineralogischen Klassiker sind überall in der Republik verteilt und untrennbar mit dem Bergbau verbunden. Wir erklären in der Ausstellung, wie sich verschiedene Arten von Lagerstätten bildeten und unsere Sammlungstücke veranschaulichen die unterschiedlichen Erzarten, sagt Kreher-Hartmann. So sind die sogenannten Ganglagerstätten weit verbreitet. Es handelt sich dabei um Felsspalten, in denen sich Minerale z. B. Erze aus wässrigen Lösungen herauskristallisiert haben.

Eines der bekanntesten und ältesten Erzlager liegt im Rammelsberg im Harz. Dort wurden bereits im 3. Jahrhundert nutzbare Minerale abgebaut. Vor allem Blei, Zink und Kupfer holten die Bergleute aus ihren Stollen. Auch im Siegerland, im Grenzgebiet von Nordrhein-Westfalen zu Rheinland-Pfalz, befinden sich Erzlagerstätten. Seit dem Mittelalter bauten die Bewohner Eisenerz ab und verhütteten es an Ort und Stelle. Weitere Klassiker, die in der Ausstellung vorgestellt werden, liegen etwa im Schwarzwald und im Erzgebirge. Auch weniger bekannte Erze und ihre Vorkommen präsentieren die Ausstellungsmacher. So wurde etwa im Thüringer Schiefergebirge Molybdänit gesucht und gefunden. Das daraus gewonnene Molybdän verwendet die Industrie als Schmiermittel. Sogar Bauteile für die Raumfahrt werden daraus hergestellt.

Trotz der langen Tradition des Erzbergbaus in Deutschland, sind inzwischen nahezu alle Minen geschlossen. Zwar konzentrieren wir uns innerhalb der Ausstellung auf die mineralogischen Aspekte, aber durch die enge Verbindung mit dem Abbau der Erze erfahren die Besucher auch ein Stück weit deutsche Bergbaugeschichte, sagt die Organisatorin der Schau.

Für einen solchen Überblick ist die Mineralogische Sammlung der Universität Jena geradezu prädestiniert, beinhaltet sie doch viele Schaustücke aus den vorgestellten Abbaugebieten. Aufgrund der fast 250-jährigen Geschichte unserer Sammlung, in der sie fast ausschließlich einen wissenschaftlichen Hintergrund hatte, ist die Herkunft der Stücke meist gut belegt, erklärt Kustodin Kreher-Hartmann. Das Interesse bei den ausländischen Kolleginnen und Kollegen sei deshalb sehr groß.

Doch besonders freuen sich die Jenaer Mineralogen auf die Besucher aus der Umgebung. Schließlich sind die Sammlung und ihre Ausstellungen in Jena fast selbst schon zum Klassiker geworden.

Die Ausstellung Klassiker deutsche Erzlagerstätten und ihre Minerale wird am 9. Mai um 19 Uhr in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena (Sellierstraße 6) eröffnet und endet am 2. November.
Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 13 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Kontakt:
Dr. Birgit Kreher-Hartmann
Institut für Geowissenschaften der Universität Jena
Mineralogische Sammlung
Sellierstraße 6, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 948714
E-Mail: birgit.kreher[at]uni-jena.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de