Bis März im grünen Bereich - IMK-Indikator: Rezessionsrisiko erneut gesunken

15.01.2013 - (idw) Hans-Böckler-Stiftung

Das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, ist deutlich gesunken. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Nachdem das Frühwarnsystem von Juni bis November 2012 kontinuierlich einen Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit für die Industrie angezeigt hatte, signalisiert es nun zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang. Nach der Ampel-Systematik des Indikators liegen die drei Monate Januar, Februar und März 2013 wieder im grünen Bereich einer Rezessionswahrscheinlichkeit unter 30 Prozent. Auf Basis der aktuellen Datenlage schätzt unser Indikator die Gefahr einer Rezession gering ein, sagt IMK-Expertin Dr. Sabine Stephan.

Die aktuelle Vorhersage beruht auf dem Datenstand von Anfang Januar. Für den laufenden Monat weist der Indikator einen markanten Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit von 36,2 auf 12,5 Prozent aus. Bei der Zwei-Monats-Prognose für Februar hat sich das Rezessionsrisiko von 17,8 auf 10,3 Prozent verringert. Für den März weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 8,1 Prozent aus. Die Wissenschaftler nutzen die Industrieproduktion als Referenzwert für den Indikator, weil diese rascher auf Nachfrageeinbrüche reagiert als das Bruttoinlandsprodukt.

Der Rückgang des gemessenen Rezessionsrisikos beruht nach Analyse des IMK sowohl auf realwirtschaftlichen als auch auf finanzwirtschaftlichen Faktoren. Zum einen erhält die Industrie aktuell mehr Aufträge aus dem Inland. So gingen bei den Produzenten von Vorleistungsgütern deutlich mehr Order ein. Auch die Investitionsgüterproduzenten verzeichneten ein leichtes Plus. Das spricht dafür, dass die Wirtschaftsakteure die konjunkturelle Lage hierzulande wieder etwas optimistischer beurteilen. Die aktuellen Ergebnisse des Ifo-Indikators spiegeln diesen Eindruck: In den vergangenen beiden Monaten haben sich vor allem die Geschäftserwartungen deutlich verbessert.

Zum anderen ist der Spread zwischen Unternehmens- und Bundesanleihen (corporate spread) weiter zurückgegangen. Auch dies wertet der IMK-Indikator als relevantes positives Signal. Die geringere Zinsdifferenz zeigt einen Rückgang des Risikoaufschlags an, den ein Unternehmen hierzulande gegenüber deutschen Staatsanleihen zahlen muss, deren Ausfallrisiko als sehr gering eingestuft wird.

Der IMK Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Zum Konjunktur-Indikator: http://www.boeckler.de/imk

Kontakt in der Hans-Böckler-Stiftung

Dr. Sabine Stephan
IMK
Tel.: 0211-7778-335
E-Mail: Sabine-Stephan@boeckler.de

Peter Hohlfeld
IMK
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