Experten punkten: Studien können Qualität haben und trotzdem Europa-tauglich sein

04.07.2002 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Studenten sollen mobil sein. Dann wollen sie aber genau wissen, was sie dabei erwartet. Also müssen sich die, die den "europäischen Hochschulraum" (ver)planen, recht genau überlegen, wieviel Mobilität sie den ihnen Anvertrauten (oder ihren Mitdozenten) gewähren wollen und wieviel Verläßlichkeit sie dabei anbieten. Mobilität und Transparenz haben auch Europas Bildungsminister 1999 in der Erklärung von Bologna als wichtige Punkte in den Ring geworfen. Die Uni Greifswald hat diesen und damit die beiden Begriffe längst aufgegriffen und sich in der Hochschulreformbewegung in Deutschland und anerkannt auch in Europa als verläßlich gut weit an die Spitze abgesetzt.

Dazu haben wir letzte Woche ein international bestücktes Arbeitstreffen organisiert. 50 Experten aus Europa sprachen über das Ansammeln und Übertragen von Leistungspunkten ("Credit Points") in Europas Hochschulen. Alle wollen Angebote voller Qualität für Studierbarkeit und Transparenz und damit den Sohlen mobilen Dampf machen - bisher nämlich gehen trotz umfangreicher Austauschprogramme wie ERASMUS und SOKRATES nur zwei von hundert Studenten ins Ausland.

Wer die Themen kennt, kennt auch die Namen der Referenten: der Schwede Jacob Henricson, früher Präsident Europas Studierendenschaften (ESIB), Lesley Wilson, die ab Oktober als Generalsekretärin die Geschicke der Europäischen Hochschulvereinigung (EUA) in Genf und Brüssel bestimmen wird, Professor Volker Gehmlich, deutscher Berater für das European Credit Transfer System (ECTS), Christian Tauch, deutsche, und Rudolf Nägeli, Schweizer Hochschulrektorenkonferenz (HRK/CRUS).

Das Fazit ist ernster als bei Alphonse in Extra3: Leistungspunkte dienen nicht nur dem Transfer von Studienleistungen. Kann man sie akkumulieren, müssen sie auch die Lernziele und die damit errungenen Fähigkeiten der Studenten strukturieren. Dafür aber helfen sie, die Qualität eines Studiums zu sichern. Prof. Matthias Schneider, Prodekan der Philosophischen Fakultät und Leiter des von Bund und M-V geförderten Projekts "Leistungspunkte", sagt dazu: "Es geht." Die Uni Greifswald hat ein ganzes Paket neuer Studien entwickelt und darin die hohen Standards bereits umgesetzt. Doch will die Universität mit der von Matthias Schneider geleiteten Arbeitsgruppe noch weiter; jetzt etabliert sie die Standards an allen fünf Fakultäten. Sie fördert und fordert nationale und europäische Akteure, überall in Europa diese Standards zu verwirklichen und zu verankern.

Fragen beantwortet Ihnen Projektmanager Bertram Welker
Universität Greifswald - BLK-Verbundprojekt "Leistungspunkte"
17487 Greifswald, Tel. 03834-86-1138, Fax 03834-86-80028
e-mail: credits@uni-greifswald.de