Margarethe von Wrangell und andere Pionierinnen - Erste Frauen an den Hochschulen Baden-Württembergs

26.05.1998 - (idw) Universität Hohenheim

Ausstellung in der Universität Hohenheim

Vor 75 Jahren wurde Margarethe von Wrangell (1877-1932) zur ordentlichen Professorin und Institutsdirektorin an die damalige Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim berufen. Sie war damit die erste ordentliche Professorin in Deutschland überhaupt - eine Pionierin des Kampfes der Frauen um akademische Anerkennung.
Aus diesem Anlaß haben die Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs und die Universität Hohenheim eine Ausstellung über die Anfänge des Frauenstudiums und über den Kampf der ersten Akademikerinnen um berufliche und wissenschaftliche Anerkennung gestaltet. Schirmherr der Ausstellung ist der baden-württembergische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Klaus von Trotha, MdL.
Die Ausstellung, die vom Archiv der Universität Hohenheim zusammengestellt wurde, wird
von Freitag, 26. Juni bis Freitag, 31. Juli 1998
im Obergeschoß des Hohenheimer Schloß Mittelbaus von 10:00 bis 17:00 Uhr zu sehen sein. Der Eintritt ist frei. Führungen können mit dem Universitätsarchiv vereinbart werden.
Der zeitliche und geographische Rahmen der Ausstellung wird einerseits durch die Biographie Margarethe von Wrangells vorgegeben, andererseits werden die "Anfänge" im deutschen Südwesten beleuchtet. Der Bogen spannt sich von den ersten ordentlichen Studentinnen in Baden um 1900 bis zu dem Einbruch des Frauenstudiums durch die willkürlichen und reaktionären Einschränkungen im Nationalsozialismus. Auch die Kämpfe der Frauenbewegung um Mädchenbildung und um den Zugang von Frauen zu den Universitäten seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden eingehend beleuchtet. Durch die Analyse der allgemeinen Bedingungen für die ersten Studentinnen wird die Geschichte diskriminierender Strukturen an den Hochschulen ebenso nachgezeichnet, wie die Geschichte des Selbstverständnisses von Studentinnen. Diese historische Darstellung wird durch kurze Biographien von "typischen" ersten Studentinnen am Einzelfall mit Leben erfüllt.
Durch die Rückbesinnung auf die Anfänge des Frauenstudiums soll auch bei beiden Geschlechtern das Bewußtsein dafür geschärft werden, daß der lange Weg zur akademischen Gleichberechtigung noch nicht zu Ende gegangen ist.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch, herausgegeben von Ulrich Fellmeth unter Mitarbeit von Sonja Hosseinzadeh. Es ist in der Ausstellung für DM 25.- zu kaufen.

Die Ausstellung wird am Abend vor dem ersten Öffnungstag, also am Donnerstag, 25. Juni 1998 um 18:00 eröffnet. Der Schirmherr wird dabei von Ministerialdirektor Rudolf Böhmler vertreten.
Diese Eröffnungsveranstaltung ist presseöffentlich.
Eine Stunde vorher, also um 17:00 Uhr, wird der Presse Gelegenheit gegeben, bei einem Rundgang durch die Ausstellung mit den Ausstellungsmachern, den Initiatorinnen und Initiatoren zu sprechen.