Erforschung der Geschichte Luxemburgs:Auszeichnung

10.06.1998 - (idw) Universität Trier

Der Trierer Historiker Prof. Dr. Franz Irsigler und sein Saarbrücker Kollege Prof. Dr. Rainer Hudemann wurden am 08. Juni 1998 mit dem Stiftungspreis der "Stiftung zur Förderung der deutsch-luxemburgischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaften" ausgezeichnet.

145/1998

Trierer Historiker für grenzüberschreitende Forschungen ausgezeichnet
Erforschung der Geschichte Luxemburgs in internationalen Zusammenhängen - Kooperation mit luxemburgischen Kollegen

Der Trierer Historiker Prof. Dr. Franz Irsigler und sein Saarbrücker Kollege Prof. Dr. Rainer Hudemann wurden am 08. Juni 1998 mit dem Stiftungspreis der "Stiftung zur Förderung der deutsch-luxemburgischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaften" ausgezeichnet.

Zum Auftakt der feierlichen Preisverleihung im Foyer der Deutschen Bank Luxembourg S. A. sprach Dr. Ekkehard Stork, Vorsit-zender des Verwaltungsrates der Stiftung. Er gab zunächst einen Überblick zur Förde-rung von Wissenschaft, Forschung und Lehre durch die Deutsche Bank und erläu-terte dann die Funktion des erstmals 1996 verliehenen Stiftungspreises. Professor Pierre Seck, Mitglied des Centre Universitaire de Luxembourg und stellver-tretender Vorsitzender, hielt anschließend die Laudationes: Der Preis wurde zwei deutschen Historikern verliehen, die sich beide um die Erforschung der Geschichte Luxemburgs in internationalen Zusammen-hängen, aber auch um die Kooperation mit luxemburgischen Kollegen verdient gemacht haben. Bei Prof. Irsigler, dessen Lehr- und Forschungsschwerpunkte im Bereich der Landesgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit liegen, hob er insbesondere die Zu-sammenarbeit mit der Forschergruppe im Centre Luxembourgeois de Documentation et d'Etudes Médiévales, die Mitarbeit an ei-ner Reihe von Tagungen und Publikationen sowie seine Rolle als langjähriger Sprecher des Trierer Sonderforschungsbereichs "Zwischen Rhein und Maas" hervor. An Prof. Hudemann, der vor seiner Berufung nach Saarbrücken an der Universität Trier geforscht hatte, wurde der Preis für seine Arbeiten zur europäischen Urbanisierung und für sein Engagement in der grenzüber-schreitenden Organisation historischer For-schung verliehen.
Anschließend gaben die Preisträger einen Einblick in ihre Forschungsgebiete. Prof. Irsigler sprach über Luxemburgensia im Trierer Sonderforschungsbereich, wobei er insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen vom Centre Universitaire her-vorhob, die die Arbeit der Trierer Projekte ergänzen und stützen; dadurch sei ein lei-stungsfähiger und grenzüberschreitender Forschungsverbund entstanden. Schließlich gab Prof. Irsigler einen anschaulichen Über-blick zu den einzelnen Projekten des Son-derforschungsbreichs, wobei er jeweils die luxemburgische Komponente und die Betei-ligung luxemburgischer Kollegen heraus-stellte. Der zweite Preisträger, Prof. Hudemann, schloß sich mit einem Vortrag zur Stadtentwicklung Luxemburgs an. Zu-nächst arbeitete er verschiedene Aspekte der schwierigen Nationalstaatsbildung Luxem-burgs im 19. Jahrhundert heraus, um auf dieser Grundlage die Suche nach dem lu-xemburgischen Weg im Städtebau zu analy-sieren. Eindrucksvoll wurden dabei die un-terschiedlichen Einflüsse deutscher und französischer Planungskonzepte vorgeführt. Abschließend zog Prof. Hudemann einen Bogen zur Sozialgeschichte und hob die hohe Mobilität der Arbeiter im Saar-Lor-Lux-Raum bereits im 19. Jahrhundert her-vor.