Fruehwarnsysteme und Risiko-Management auf Geo-Messe

16.09.1998 - (idw) Alfred-Wegener-Stiftung zur Förderung der Geowissenschaften (AWS)

Alfred-Wegener-Stiftung und Messe Duesseldorf binden geowissenschaftliche Frueherkennungs- und Vorhersagetechniken in Messekonzept GEOSPECTRA 99 ein.


Logo der Alfred-Wegener-Stiftung (AWS) Naturkatastrophen wie Vulkanausbrueche, Erdbeben, Stuerme oder Ueberschwemmungen sind Schicksalsschlaege ersten Grades. Sie betreffen nicht allein oekonomische Entwicklung und Infrastruktur, sondern vor allem Leben und Gesundheit der Bevoelkerung vor Ort. Doch auch das enge Geflecht der Weltwirtschaftsbeziehungen bekommt negative Sogwirkungen zu spueren. Vor allem Rueckversicherungskonzerne muessen erhebliche Finanzmittel zur Schadensregulierung freisetzen. Seit zehn Jahren ist eine zunehmende Haeufigkeit und Schwere von Naturkatastrophen festzustellen. Wissenschaftler erwarten die Fortsetzung dieses Trends bis in das naechste Jahrtausend. Damit waechst auch das oekonomische Risiko von Naturkatastrophen. In den letzten zehn Jahren wuchs ihre Anzahl gegenueber den 60er Jahren um das Dreifache. Die Bilanz der Folgen von Naturkatastrophen ist geradezu vernichtend. Im Durchschnitt liegt der wirtschaftliche Schaden weltweit und pro Jahr bei ueber 100 Milliarden DM. Im katastrophenreichen Jahr 1995 stieg der geschaetzte Schaden sogar auf annaehernd 320 Milliarden DM weltweit.

Es besteht ein gesamtgesellschaftliches, internationales Interesse an der Reduktion des Schadensausmasses von Naturkatastrophen. Gefordert ist die Weiterentwicklung notwendiger Technologien und ihre kommerzielle Umsetzung. Dies ist auch eine Kernforderung der Schlusserklaerung einer UN-Konferenz zum Thema Fruehwarnsysteme, die vor wenigen Tagen im GeoForschungsZentrum Potsdam ihren Abschluss fand.

Fruehwarnsysteme dienen der Risikoabwehr. Dazu ist eine vernetzte Nutzung verschiedener Technologien erforderlich. Dieser Verbund muss imstande sein, bevorstehende Katastrophen rechtzeitig zu erkennen. Darueber hinaus ist aber auch der moegliche Verlauf derartiger Ereignisse abzuschaetzen. Solche Aufgaben lassen sich nur mit einer Kombination aus Erdbeobachtung via Satelliten, am bodenstationierter Analyse- und Messeinheiten, Telekommunikation und Datenfernuebertragung sowie Geographischer Informationssysteme loesen. So geht die Datenaufnahme mit der Auswertung bereits dokumentierter Katastrophen einher, Computersimulationen analysieren den wahrscheinlichen Verlauf kommender katastrophaler Ereignisse. Nur so sind eine erfolgreiche Frueherkennung und eine effektive Vorhersage vor Erdbeben, Vulkanausbruechen, Orkanen, Flaechenbraenden, Lawinen, Umweltkatastrophen oder gar Heuschreckenplagen moeglich.

Ein Fruehwarnsystem ist dabei erstes Glied einer Prozesskette, die sich fortgesetzt mit der rechtzeitigen Einleitung und weiteren Koordination von Hilfsmassnahmen vor und waehrend des Schadensereignisses. Sowohl bei abrupten Desastern, wie der Eruption des Mount Pinatubo auf den Philippinen 1991, als auch bei sich langfristig ankuendigenden Ereignissen, wie der Klima-Anomalie El Nińo, haben Fruehwarnsysteme ihre Praxistauglichkeit und ihren Nutzen unter Beweis stellen koennen.

Die Impulskraft und die Dringlichkeit der Installation von Fruehwarnsystemen hebt auch die Alfred-Wegener-Stiftung zur Foederung der Geowissenschaften (AWS), Koeln, hervor. Als ideeller Traeger der GEOSPECTRA 99 - Internationale Fachmesse fuer Geotechnologie und Angewandte Geowissenschaften (Duesseldorf, 9.-15.6.1999) hat die AWS auf die Umsetzung des Ausstellungsschwerpunktes "Fruehwarnsysteme und Risk-Management" hingewirkt. Damit widmet sich erstmals eine grosse internationale Messeveranstaltung, zu der im Rahmen des Technologie-Forums International mit insgesamt fuenf parallelen Fachmessen rund 100.000 Besucher erwartet werden, diesem wichtigen Themenkreis.

Methodik, Technologie, Dienstleistung und Wissenstransfer sind Bestandteile des Angebots. Angesprochen sind Fachleute aus Politik, Verwaltung, Forschung und Wissenschaft. Aber auch interessierte Laien sind anvisiert, denn noch muss fuer die Notwendigkeit von Investitionen in Fruehwarnsysteme auf breiter Front geworben werden. Die Argumente sind unschlagbar: So haetten zum Beispiel die Folgen der Flutkatastrophe von Bangladesh vorab gemildert werden koennen, ausserdem koennten die Einwohner vieler von Erdbeben bedrohter Millionenstaedte zuversichtlicher in die Zukunft blicken.

Diese Risiko-Managementsysteme verdichten mit dem Angebot weiterer Technologien und Dienstleistungen aus den vielschichtigen Geo-Branchen die Fachmesse GEOSPECTRA 99 zu einem einzigartigen Marktplatz. Die GEOSPECTRA 99, veranstaltet von der Messe Duesseldorf GmbH, bietet Industrie, Dienstleistern, Anwendern und Fachpublikum aus Geotechnologie und angewandten Geowissenschaften ein hochrangiges internationales Wirtschafts- und Kommunikationszentrum.

Weitere Informationen zur GEOSPECTRA 99 finden Sie im Internet unter:
http://www.aw-stiftung.de
http://www.geospectra.de