Sanierungstechniken für belastete Seen auf der EXPO 2000

12.02.1999 - (idw) Forschungsverbund Berlin e.V.

Innovative Techniken zur Sanierung belasteter Seen, die gegenwärtig mit Erfolg an mecklenburgischen und brandenburgischen Gewässern erprobt werden, stellen Berliner Limnologen (Süßwasserexperten) im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 vor.

Unter dem Titel "Saubere Seen und gesunde Fischbestände durch Ökotechnologien" präsentiert sich das Berliner Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) auf der EXPO 2000. In einem Bündel von vier Einzelprojekten vermittelt es Einblick in die Erforschung gewässerinterner Mechanismen, die bei der Restaurierung von Standgewässern und bei der nachhaltigen Nutzung von Fischbeständen in Binnengewässern eine Schlüsselfunktion einnehmen.

Projektleiter Prof. Rainer Koschel und sein Teamkollege Dr. Peter Kasprzak nahmen am 12. Februar die Registrierungsurkunde des Projektes für die in 472 Tagen beginnende EXPO 2000 entgegen.

Das Projekt der Forscher besteht aus den Freiwasserexperimenten
-Biomanipulation "Feldberger Haussee"
-Nahrungskettensteuerung "Väterseen"
-Restaurierung "Schmaler Luzin"
-Seenmanagement "Altglobsower See".

Projektziel ist die Entwicklung neuer ökotechnologischer Verfahren zur Seensanierung/-restaurierung, die gleichzeitig ein nachhaltiges Fischerei- und Seengütemanagement in diesen Gewässern ermöglichen und langfristig zu einer guten Wasserbeschaffenheit führen.

Eine Übertragbarkeit auf viele Seen zumindest in Mitteleuropa und Nordamerika, wo die biologischen und physikalisch-chemischen Gewässerstrukturen ähnlich sind, ist gegeben. Darüber hinaus ist der grundsätzliche ökotechnologische Ansatz, durch Steuerung gewässerinterner Prozesse das Sanierungsziel zu erreichen, global übertragbar, scheitert bisher aber an der ungenügenden Kenntnis der Prozesse in Gewässern der Tropen und Subtropen.

Das Projekt zeigt, wie die natürlichen Lebensgrundlagen der Erde (auf lokaler Ebene in Form von eutrophierten Flachlandseen) wirksam geschützt oder wiederhergestellt und gleichzeitig damit die Bedingungen für die ökonomische Nutzung der Gewässerökosysteme (u. a. Berufs- und Sportfischerei, Tourismus) grundsätzlich verbessert werden können.

Ansprechpartner: Dr. Peter Kasprzak; Prof. Dr. Rainer Koschel; Dr. Thomas Mehner, IGB, 16775 Neuglobsow
Tel. (03 30 82) 6 99-0, Fax. (03 30 82) 6 99-17