Jüdisches Leben in Franken

05.11.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Vom 11. bis 13. November 1999 findet im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek, Schuhstr. 1a in Erlangen ein interdisziplinäres Forschungskolloquium des Zentralinstituts für Regionalforschung der Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema "Jüdisches Leben in Franken" statt. Zur Eröffnung der Konferenz spricht am Donnerstag, 11. November 1999, um 14.00 Uhr Prof. Dr. Gotthard Jasper, Rektor der Universität Erlangen-Nürnberg.

Seit einigen Jahren engagieren sich Wissenschaftler der Universität auf unterschiedlichen Gebieten der deutsch-jüdischen Kulturgeschichte. Insbesondere sind hier zu nennen:

* die Erschließung der Judaica-Sammlung des Altdorfer Theologen Johann Christoph Wagenseil (Prof. Dr. Hartmut Bobzin, Dr. h.c. Hermann Süß);
* das Projekt eines westjiddischen Wörterbuches (Dr. Heidi Stern);
* der Nachweis jiddischer Elemente in Zusammenhang mit der Erstellung eines fränkischen Sprachatlas (Dr. Alfred Klepsch);
* die Erforschung der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte des 18. bis
20. Jahrhunderts (PD Dr. Gunnar Och)

Um diese Aktivitäten zu bündeln und einer breiten Öffentlichkeit innerhalb und außerhalb der Universität vorzustellen, ist in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Franken (Fürth) und auswärtigen Gästen das interdisziplinäre Kolloquium "Jüdisches Leben in Franken von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart" geplant.

Die Vorträge sollen bedeutende Persönlichkeiten des fränkischen Judentums porträtieren und unter möglichst vielen Aspekten den kulturellen Austausch zwischen jüdischer Minorität und nichtjüdischer Umwelt dokumentieren, ohne dabei die Schattenseiten von Diskriminierung und Verfolgung zu verdrängen. Entsprechend weit ist der zeitliche Rahmen gespannt. Er umfaßt Themen und Fragestellungen aus den Bereichen der Frühen Neuzeit, der Aufklärung und Emanzipation und des 20. Jahrhunderts.

Es werden referieren:
Prof. Dr. Christoph Daxelmüller (Universität Würzburg) und Dr. Heidi Stern (Universität Erlangen) über Elia Levita Bachur, einen aus Neustadt a.d. Aisch gebürtigen Grammatiker (1469-1549);

Dr. h.c. Hermann Süß (Erlangen) über jüdische Lektoren an der Universität Altdorf;

Prof. Dr. Hartmut Bobzin (Universität Erlangen) über den Altdorfer Gelehrten Johann Christoph Wagenseil und dessen Haltung gegenüber Juden und Judentum;

Dr. Rotraud Ries (Universität Bielefeld) über den 1712 geführten Prozeß gegen den Ansbacher Hofjuden Elkan Fränkel;

Jutta Strauss (Universität Kopenhagen) über jiddisch-deutsche Theaterstücke von Fürther Juden;

Dr. Eva Lau-Groiss (Universität Bamberg) über jüdische Landgemeinden in Franken zwischen Aufklärung und Akkulturation;

PD Dr. Trude Maurer (Universität Göttingen) über Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in der fränkischen Alltagsgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts;

Dr. Alfred Klepsch (Universität Erlangen) über die Überreste des Jiddischen in Mittelfranken;

PD Dr. Gunnar Och (Universität Erlangen) über Juden und Judentum im Werk Jakob Wassermanns;

Monika Berthold-Hilpert (Jüdisches Museum Franken/Fürth) über jüdisches Leben in Franken nach 1945 am Beispiel der Gemeinde Fürth;

Prof. Dr. Julius Schoeps (Moses Mendelssohn-Zentrum Potsdam) über die Frage: "Gibt es eine deutsch-jüdische Symbiose?"

Programme sind zu beziehen über das Sekretariat des Zentralinstituts für Regionalforschung.


* Kontakt:
Zentralinstitut für Regionalforschung
Tel. 09131/85 -22368, Fax 85 -22028
E-mail: mafrieli@phil.uni-erlangen.de