Prof.Ewald Wicke gestorben

13.03.2000 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der münstersche Chemiker Prof. Dr. Dr. h.c. Ing. Ewald Wicke, emeritierter Lehrstuhlinhaber für Physikalische Chemie und früherer langjähriger Direktor des gleichnamigen Instituts der Westfälischen Wilhelms-Universität, ist am 7. März 2000 im Alter von 85 Jahren gestorben.

Der in Wuppertal-Elberfeld geborene Wissenschaftler wurde 1959 an die Universität Münster berufen. Zuvor war er mehrere Jahre mit der kommissarischen Leitung des Instituts für Physikalische Chemie in Göttingen beauftragt, anschließend war er von 1954 bis 1959 Direktor des gleichnamigen Instituts an der Universität Hamburg.

Prof. Wicke ist durch seine wissenschaftlichen Arbeiten weit über nationale Grenzen hinaus bekannt geworden, was auch in einer Reihe von Auszeichnungen Ausdruck gefunden hat: Eine besondere Bedeutung kommt dabei der "Arnold- Eucken-Medaille" zu, die ihm die Verfahrenstechnische Gesellschaft im Verein Deutscher Ingenieure 1962 zuerkannte. Die Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen (Dechema) zeichnete ihn 1976 mit der "Dechema- Medaille" aus. 1972 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina zu Halle. Die Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften wählte ihn 1976 zu ihrem ordentlichen Mitglied, 1983 wurde Wicke Mitglied der "National Academy of Engineering" der USA.

Die überregionale Wertschätzung von Prof. Wicke kommt auch in der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Technischen Universität München im Jahre 1975 sowie der Technischen Hochschule Karlsruhe im Jahre 1991 zum Ausdruck. Die Deutsche Bunsengesellschaft für Physikalische Chemie, deren Vorsitzender er in den Jahren 1975/76 war, verlieh ihm 1981 die "Bunsen- Denkmünze" für seine richtungsweisenden wissenschaftlichen anwendungsbezogenen Arbeiten und ernannte ihn im Jahr 1990 zu ihrem Ehrenmitglied.

Prof. Wicke hat sich auch als Mitherausgeber mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften und Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft verdient gemacht. Nach seiner umfangreichen Lehr- und Forschungstätigkeit widmete er sich tatkräftig der akademischen Selbstverwaltung. Im akademischen Jahr 1961/62 war er Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster. Engagiert setzte er sich darüber hinaus für die "Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität" ein. Dem Vorstand der Gesellschaft gehörte er anfangs als Schriftführer und von 1976 bis 1993 als Zweiter Vorsitzender an.

Seine besondere Verbundenheit zur Universität Münster und zur Physikalischen Chemie auch nach seiner Emeritierung drückt sich darin aus, dass er eine "Ewald-Wicke-Stiftung" gründete, die es jungen Physikochemikern aus Münster und aus Arbeitsgruppen seiner ehemaligen Schüler erlaubt, nationale und internationale Tagungen zu besuchen, um sich auf den speziellen Gebieten der physikalischen Chemie weiterbilden und Erfahrungen sammeln zu können.