BLK-Bericht zur beruflichen Erstausbildung und Weiterbildung

20.03.2000 - (idw) Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung

04/2000

BLK-Bericht zur beruflichen Erstausbildung und Weiterbildung

Welche bildungspolitischen Folgerungen sind aus den sich beschleunigenden Veränderungen der Arbeitswelt zu ziehen? Wie stehen Erstausbildung und Weiterbildung zueinander?
Angesichts der gestiegenen Bedeutung der beruflichen Weiterbildung wird mit dem Bericht erstmals der Versuch unternommen, die Bezüge aufzuarbeiten, die sich in den letzten Jahren verstärkt zwischen beruflicher Aus- und Weiterbildung entwickelt haben. Neben dem geregelten Ordnungssystem der beruflichen Erstausbildung in der beruflichen Weiterbildung bestehen geregelte und ungeregelte Bereiche nebeneinander. Die neu entwickelten Strukturmodelle von Ausbildungsberufen mit Qualifikations- und Wahlpflichtbausteinen sowie das gewachsene Angebot an Zusatzqualifikationen eröffnen neue Wege und Übergänge zur beruflichen Weiterbildung.
Zu dieser Thematik legte die BLK heute einen 10 Punkte-Bericht vor, der sich an Bund und Länder, die Sozialpartner, Bildungsträger sowie die Berufsbildungsforschung wendet:

- Die Einbeziehung der Bezüge zwischen Aus- und Weiterbildung bei der Entwicklung von Instrumenten und Verfahren zur Sicherung von Qualität, Transparenz, Information und Beratung in der Weiterbildung.
Bislang sind die Systeme der Aus- und Weiterbildung nur unzureichend aufeinander bezogen.

- Die verwendungsfähige und vergleichbare Gestaltung von Bescheinigungen/Zertifikaten für Weiterbildungsbausteine und -sequenzen.
Die Zertifizierung soll Aufnahme bzw. Wiederaufnahme von Berufsausbildungen erleichtern; Empfehlungen für verwendungsfähige Aussagen sind zu erarbeiten.

- Die Nutzung von Erfahrungen aus dualer Berufsausbildung; die Kombination von Arbeiten für nichtformalisiertes Lernen.
Auch die in informellen Lernprozessen erworbenen beruflichen Qualifikationen sollten zur Verwendung am Arbeitsmarkt nachweisbar sein.

- Die Nutzung von Wahlpflichtbausteinen und Zusatzqualifikationen als Brücke zwischen Aus- und Weiterbildung
Die Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne sind so zu gestalten, dass die Wahlpflichtbausteine stärkere Berücksichtigung finden, vor allem auch in der Aufstiegsfortbildung.