Nobelpreisträger Professor Günter Blobel wird Ehrensenator der TU Dresden

15.06.2000 - (idw) Technische Universität Dresden

Der Nobelpreisträger Professor Günter Blobel, M. D., Ph. D. (Rockefeller University, Laboraty of Cell Biology, New York) erhält am Montag, 19. Juni 2000, 16.30 Uhr, die Würde eines Ehrensenators der Technischen Universität Dresden (TUD).
Anlässlich seiner Ehrung hält der Wissenschaftler einen Vortrag zum Thema "Perspektiven medizinischer Forschung".

Günter Blobel erfüllt in idealer Weise die strengen Maßstäbe, die Bedingung für die Verleihung der höchsten Auszeichnung der TU Dresden sind. Mit der Ernennung zum Ehrensenator bringt die Dresdner Universität nicht nur die hohe Wertschätzung des Nobelpreisträgers zum Ausdruck. Als Ehrensenator wird Professor Blobel seine hohe Kompetenz als Forscher und Wissenschaftspersönlichkeit beratend in die Arbeit des Senats der TUD einbringen.
Günter Blobels Rat als Fachmann auf dem Gebiet der modernen Biologie soll der TU Dresden von großem Nutzen sein.
Professor Blobel hat sich für die Gründung des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik engagiert und wird auch in Zukunft eng mit dem Max-Planck-Institut verbunden bleiben. Er will auch die Gründung des Bioinnovationszentrums in Dresden unterstützen.

Die wissenschaftlichen Arbeiten von Professor Blobel wurden im vergangenen Jahr mit dem Nobelpreis in Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. Bereits zuvor erhielt er zahlreiche Ehrungen, so beispielsweise den Max-Planck-Forschungspreis (1992) und die Warburg Medaille der Deutschen Gesellschaft für Biochemie (1983).

Günter Blobel wurde in Waltersdorf (Schlesien, polnisch: Nielestna) bei Hirschberg (Jelenia Gora) geboren. Mit seiner Familie musste er nach Kriegsbeginn aus Schlesien fliehen und verbrachte die Schulzeit bis zum Abitur in Freiberg bei Dresden. Obwohl er nach dem Studium seine wissenschaftliche Karriere in der USA verfolgte, riss seine Verbindung zu Deutschland nie ab. Die enge Verbundenheit zu Dresden kommt in einer bewundernswerten und äußerst erfolgreichen Initiative zum Ausdruck: 1995 gründete Professor Blobel die Gruppe "Friends of Dresden", die mit einem größeren Geldbetrag den Aufbau der Frauenkirche befördert hat. Auch mit dem Geld des Nobelpreises unterstützte er ebenfalls den Wiederaufbau der Frauenkirche und die Errichtung der Dresdner Synagoge.

Die Würde eines Ehrensenators ist die höchste Auszeichnung, die die Technische Universität Dresden verleihen kann. Nach § 23 Absatz 1 der Grundordnung der TUD kann sie an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich uneigennützig in ganz besonderer Weise für eine ideele und materielle Förderung der Universität als Ganzes verdient gemacht haben. Ehrensenatoren werden zu allen akademischen Veranstaltungen der Uni sowie Jahresfeiern und zu den Sitzungen des Senats eingeladen. Der Ehrensenator hat den Status eines Beraters mit Rederecht im Senat.

Feierliche Verleihung der Ehrensenatorwürde: 19. Juni 2000, 16.30 Uhr, AUDIMAX der TU Dresden, Hörsaalzentrum, Bergstr. 64

Anlässlich der Verleihung der Ehrensenatorwürde an Professor Blobel findet eine Pressekonferenz am 19. Juni 2000, 15 Uhr, Hörsaalzentrum, Raum E 01, Bergstraße 64, statt. Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung: Professor Günter Blobel (Rockefeller University, Laboratory of Cell Biology, New York), Professor Achim Mehlhorn (Rektor der TU Dresden), Professor Hans Wiesmeth (Prorektor für Wissenschaft der TU Dresden) und Jan Post (Geschäftsführer des Fördervereins Bau der Synagoge Dresden e. V.).

Dresden, 15. Juni 2000
Pressestelle, Mathias Bäumel, Telefon (03 51) 4 63-24 27
Professor Hans Wiesmeth, Telefon (03 51) 4 63-54 36