Sicherheit im Schienenverkehr

20.11.2000 - (idw) Technische Universität Berlin

2nd International Symposium on Passive Safety of Rail Vehicles

Nicht erst seit den Ereignissen von Eschede, Elsterwerda oder Kaprun ist die Sicherheit im öffentlichen Schienenverkehr ein wichtiges Thema. Dennoch führen solche Ereignisse stets zu verstärkten Anstrengungen in dieser Thematik. Unter der Organisation des Interdisziplinären Forschungsverbundes Bahntechnik trifft sich die internationale Fachwelt am 23. und 24. November an der TU Berlin zum Thema "Passive Safety of Rail Vehicles". Sprecher des Forschungsverbundes ist Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht vom Institut für Straßen- und Schienenverkehr der TU Berlin.

Spätestens seit der Kernkraftdiskussion ist bekannt, dass es absolute Sicherheit nicht gibt und eine völlige Vermeidung von Unfällen, zum Beispiel mittels der Signaltechnik, nicht erreichbar ist. Es ist also sinnvoll, sich auch mit unerwünschten Ereignissen zu beschäftigen und zu versuchen, die Gefah-ren für den Menschen und die Umwelt so gering als irgend möglich zu gestalten. Wirtschaftliche Überlegungen dürfen dabei nicht außer acht gelassen werden. Jedoch gerade in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit ergeben sich deutliche Effizienzvorteile des Schienenverkehrs gegenüber anderen Verkehrsmitteln. Schienenfahrzeuge erreichen heute Verfügbarkeiten von 95 Prozent und tägliche Fahrdauern von 20 und mehr Stunden. Zudem ist die Lebensdauer mit bis zu 30 Jahren sehr hoch. Aus diesen Gründen können sich Maßnahmen am Fahrzeug sehr schnell amortisieren. Maßnahmen, die nur wenige Prozent der Anschaffungskosten ausmachen, ermöglichen beispielsweise eine Verdopplung der Fahrgeschwindigkeit, bei der ein Aufprall überlebt werden kann.

Die TU Berlin hat eine lange Tradition im Bereich der Fahrzeugsicherheit, so ist beispielsweise das in den 80er Jahren entwickelte Crashkonzept der S-Bahnbaureihe 480 noch immer richtungsweisend und wird unter anderem in der momentan in Beschaffung befindlichen Baureihe 481 für die Berliner S-Bahn weiter realisiert. Neben dem Hochgeschwindigkeitsverkehr spielt die Sicherheit auch bei Straßenbahnen eine Rolle. So wirkt das Fachgebiet Schienenfahrzeuge von Prof. Markus Hecht zusammen mit der BVG am Europäischen Vorhaben "Safe-tram" mit, bei dem unter anderem die Sicherheit des stehenden Passagiers Thema ist.

Nach der erfolgreichen Tagung zur Sicherheit von Gefahrguttransporten auf der Schiene, die vom Interdisziplinären Forschungsverbund Bahntechnik parallel zur diesjährigen Innotrans an der TU Berlin mit über 150 Experten durchgeführt werden konnte, trifft sich die Fachwelt erneut in Berlin zum Thema "Sicherheit im Schienenverkehr".

Zeit: am Donnerstag und Freitag, dem 23. und 24. November 2000, Beginn am Donnerstag, dem 23.11.2000, um 10.00 Uhr

Ort: TU Berlin, Produktionstechnisches Zentrum (PTZ), Raum PTZ S001, Pascalstr. 8, 10587 Berlin


Die Internationalität der Tagung erstreckt sich nicht nur auf Beiträge aus Europa, zum Beispiel von Crashversuchen, die auf dem unweit von Berlin gelegenen Versuchsring von Zmigrod in Polen durchgeführt wurden, sondern auch von Beiträgen aus der größten Eisenbahnversuchsanlage der Welt, dem Eisenbahntestcenter Pueblo. Gerade die US-amerikanische Sicherheitsphilosopie hat sich im Bereich der Luftfahrt sehr bewährt. Bei der Eisenbahn sind jedoch die Randbedingungen so unterschiedlich, dass eine unreflektierte Übernahme von andernorts Bewährtem oft nicht zum Ziel führt. Für den Verkehrstechnikstandort Berlin mit seiner bedeutenden Zulieferindustrie in diesem Gebiet werden so weitere Impulse erwartet.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gerne Dipl.-Psych. Rainer Miller vom Interdisziplinären Forschungsverbund Bahntechnik e. V., Tel.: 030/314-21698; Fax: 030/314-25452, E-Mail: passive-safety@ifv-bahntechnik.de, WWW: www.ifv-bahntechnik.de und Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht vom Institut für Straßen- und Schienenverkehr der TU Berlin, Tel.: 030/314-25195, Fax: 030/314-22529,
E-Mail: Markus.Hecht@tu-berlin.de.


Diese Medieninformation finden Sie auch im WWW unter der Adresse http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2000/pi227.htm