Fraunhofer-Roboter als Fernseh-Star

01.10.2001 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik IPA in Stuttgart haben schon so manchen Serviceroboter geschaffen - beispielsweise den Care-O-bot. Er soll alten und behinderten Menschen das selbstständige Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern. Dieses Basismodell wurde modifiziert und tritt unter dem Künstlernamen J.J. ab dem 2. Oktober 2001 in der ZDF-Serie "Jenny & Co." auf.


Eva Meier und Roboter J.J. aus der neuen ZDF-Serie "Jenny & Co", die am 2. Oktober 2001 im Vorabendprogramm startet. ©set Photo/Thomas K. Schumann Künstliche Intelligenz und autonom agierende Roboter sind nicht erst seit dem Kinostart des Spielberg-Films "A.I." im Gespräch. Seit jeher beschäftigen sich Science-Fiction-Autoren und Wissenschaftler mit den Möglichkeiten dieser Automaten. Realität und Fiktion, das zeigt auch die aktuelle Diskussion, klaffen jedoch weiterhin auseinander.

Nichtsdestotrotz kann J.J., der Roboter aus der ZDF-Serie "Jenny & Co.", auf eine gut bestückte Ahnengalerie zurückblicken: Roboter Nr. 5 aus dem Film "Nr. 5 lebt" oder Commander Data aus der Serie "Raumschiff Enterprise" und die Mechas aus "A.I.". Filmroboter J.J. hat vor allem Ähnlichkeit mit dem rollenden Blechkameraden R2D2 aus "Krieg der Sterne". Beide zeichnen sich weniger durch menschliches Aussehen als durch menschliches Verhalten aus. In der ZDF-Serie muss Jenny Holl (gespielt von Eva Meier), Leiterin der Abteilung Roboter-Technik am Institut für Zukunftsforschung, allerlei private und berufliche Krisen bestehen. Jenny ist eine junge Wissenschaftlerin, die sich nach dem Unfalltod ihrer Mutter allerdings nicht nur um ihre Arbeit, sondern auch um ihre beiden jüngeren Geschwister kümmern muss. Treuester Helfer ist dabei der intelligente Roboter J.J., der immer wieder mit erstaunlichen Fähigkeiten überrascht. J.J. rollt mit lachendem und weinendem Monitorgesicht durch die Abteilung, bringt Kaffee oder Werkzeug und beginnt sogar, mit den Kollegen zu reden.

Die Realität der Roboterentwicklung kennt Christoph Schaeffer vom IPA in Stuttgart. Er und sein Team entwickelten eine modular aufgebaute Hard- und Software-Plattform, mit der eine ganze Familie von Servicerobotern ausgestattet werden kann - bisher etwa Museumsroboter, Care-O-bot, Putz-, Kletter- und Feuerlöschroboter. "Ziel unserer Arbeit sind Maschinen, die dem Menschen die gefährlichen, schweren, schmutzigen oder lästigen Arbeiten abnehmen", kommentiert Christoph Schaeffer. "Serviceroboter können U-Bahnhöfen reinigen, die Fenster von Hochhäusern putzen, Autos betanken, schwerer Lasten tranportieren, Feuer löschen, Minen räumen, Bauwerken inspizieren, Gebäuden und Anlagen bewachen oder Planeten erforschen."

Das IPA ist weltweit führend in der Entwicklung von Servicerobotern. Während andere nur Prototypen vorweisen können, gelang dem IPA mit dem Plattformkonzept der Schritt zum marktreifen Produkt. "Die dezentrale Hardware-Struktur und die Mechanik bestehen aus vernetzten Standardkomponenten", beschreibt Schaeffer den modularen Aufbau. Die innovative Softwarearchitektur besteht aus vielfach verwendbaren Software-Bausteinen. Damit können auch hochkomplexe Steuerungssysteme für mobile Roboter schnell und zuverlässig zusammengestellt werden.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Christoph Schaeffer
Telefon: 07 11/9 70-12 12, Fax: 07 11/9 70-10 08, cfs@ipa.fhg.de
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart