Mehr Praxis lernen in Schule und Hochschule?

28.01.2002 - (idw) Institut Arbeit und Technik

- Institut Arbeit und Technik und Handwerkstag NRW setzen Dialog zwischen Wissenschaft und Handwerk fort

Um das Lernen in Schule und Hochschule mit mehr Praxis zu verbinden benötigt unser Bildungssystem neue Impulse vom Kindergarten bis zu Studium und Weiterbildung. Bei einer Vortragsveranstaltung im Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) diskutierten Führungskräfte aus Verbänden des Handwerks, Wirtschaft, Arbeit und Wissenschaft über die "Dualisierung der Ausbildung in Schule und Hochschule". Mit dieser zweiten Veranstaltung setzten die Initiatoren der Runde, Dr. Thomas Köster vom Handwerkstag NRW und IAT-Präsident Prof. Dr. Franz Lehner, den im letzten Jahr neu aufgenommenen Dialog zwischen Wissenschaft und Handwerk fort.

Für einen provokanten Auftakt sorgte der Bildungsexperte Dr. Christoph Ehmann mit seinen Thesen zur Dualisierung des Bildungssystems. In einem seit 250 Jahren nicht wesentlich veränderten Schulsystem sei die Praxis aus dem Lernen entfernt worden. "Schüler wissen heute nicht, was sie mit dem Wissen anfangen sollen" und Hochschulabsolventen seien nach einem "Studium ohne praktischen Nährwert für die Erwerbstätigkeit nicht zu gebrauchen". Um produktive Arbeit in den Bildungsprozess besser zu integrieren, plädierte Ehmann auch für die Einführung einer "Produktionsschule", in der die betriebliche Realität einen anderen Stellenwert einnehmen solle. Zur Ausbildung an den Hochschulen schlug Ehmann eine Dualisierung auch der Finanzierung vor sowie die Wiedereinführung von Studiengebühren sowie die Sozialversicherungspflicht für Studentenarbeit. Um das Lernen in Schule und Hochschule mit mehr Praxis zu verbinden müsse die Wirtschaft - Arbeitsgeber wie Gewerkschaften - in der Bildungspolitik verstärkte Mitgestaltungsrechte einfordern und umsetzen.

Dr. Thomas Köster wies darauf hin, dass die Dualisierung der Ausbildung in Deutschland unverändert ein Erfolgsmodell ist, das sich aber durchaus "in Abständen einer Auffrischungskur unterziehen" sollte. Für das Handwerk interessant wäre insbesondere eine Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen. "Hier brauchen wir eine Experimentierklausel für NRW, um neue Bildungsgänge in enger Kooperation mit den Bildungszentren des Handwerks entwickeln und anbieten zu können", so Köster.

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