Körperliche Kondition beugt Herzkrankheiten vor

30.08.2004 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Deutsche Studie: Raucher schützt auch Fitness nicht vor Herzinfarkt

München, Montag, 30. August 2004 - Körperliche Fitness ist ein entscheidender Faktor in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zeigt eine aktuelle deutsche Untersuchung von mehr als 6.700 Anwärtern für eine militärische Flugausbildung, die beim Europäischen Kardiologenkongress in München präsentiert wurde. Wer es allerdings nicht schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, den schützt auch Fitness nicht vor den häufigsten Todesursachen in Europa.

Nicht nur ältere Menschen und so genannte Risikogruppen sollten auf ihre körperliche Fitness achten und auf die Zigarette verzichten. Auch junge, gesunde Menschen können so Herzerkrankungen wirksam vorbeugen. Das zeigt eine aktuelle deutsche Unterersuchung an mehr als 6.700 jungen Männern zwischen 18 und 21 Jahren, die heute beim Jahreskongress der Europäischen Kardiologenvereinigung (ESC) in München präsentiert wurde.

Dr. Jens Metrikat vom Institut für Flugmedizin der Deutschen Luftwehr in Fürstenfeldbruck und Dr. Jan Ortlepp von der Universität Aachen hatten eine Gruppe von Anwärtern für eine militärische Flugausbildung untersucht. Die Probanden wurden mit einem Fahrradergometer auf ihre körperliche Fitness getestet, und nach ihren sportlichen Aktivitäten und Ausdauertrainings sowie ihren Trink- und Rauchgewohnheiten befragt. Außerdem wurden klassische Herz-Risikofaktoren wie Blutdruck oder die Blutfettwerte gemessen.

Die generellen sportlichen Aktivitäten der jungen Männer, fanden Dr. Metrikat und Dr. Ortlepp heraus, standen in keinem Zusammenhang mit den gemessenen Risikofaktoren. Ausschließlich eine bessere Kondition, gemessen in Kraft pro Kilogramm Körpergewicht am Ergometer, zeigte einen positiven Einfluss auf Blutdruck- und Blutfettwerte - beides wesentliche Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose ("Arterienverkalkung"), Herzinfarkt und Schlaganfälle.

Rauchen: Deutliche Hinweise auf mehr Entzündungen im Organismus

Als wichtig in Sachen Herzgesundheit stellten sich auch die Trink- und Rauchgewohnheiten der jungen Männer heraus: So spiegelte sich regelmäßiger Alkoholkonsum in höheren Blutdruckwerten wider, und bei Rauchern konnten die Mediziner höhere Triglyzerid-Werte messen - ebenfalls Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Raucher wiesen allerdings auch vermehrt weiße Blutkörperchen auf: Diese gelten als Hinweise für ein Entzündungsgeschehen im Organismus, und Entzündungen können beim Entstehen zahlreicher weit verbreiteter Herz-Kreislauf-Krankheiten eine wichtige auslösende Rolle spielen.

Auch gute Fitness schützt Raucher nicht ausreichend vor Herzinfarkt

Diese Ergebnisse waren freilich bei Rauchern auch dann zu beobachten, wenn ihr allgemeiner Fitness-Zustand sehr gut war. Fazit: Auch eine gute körperliche Fitness schützt nicht vor den negativen Folgen des Rauchens

"Dieses und viele andere Forschungsergebnisse, die auf diesem Kongress präsentiert wurden, untermauern die Vorsorge-Appelle vieler Kardiologen", sagt Prof. Dr. Eckart Fleck, Direktor der Abteilung für Kardiologie des Deutschen Herzzentrums in Berlin DGK. "Mit der Vorbeugung für die Herzgesundheit kann man gar nicht früh genug beginnen. Gerade junge, gesunde Menschen können ihr Risikoprofil ganz klar verbessern, wenn sie auf ihre körperliche Fitness achten und nicht rauchen. Zumal das Risiko gerade bei Jüngeren Frauen und Maennern hoeher ist als bei aelteren. Dies zeigte auch nachdrücklich die INTERHEART-Studie, die gestern auf dem ESC-Kongress praesentiert wurde und Rauchen neben ungünstigen Blutfett-Kombinationen zweifelsfrei als wichtigsten Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten identifizierte."


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