"Universitäres Herzzentrum Hamburg gGmbH" (UHZ) geht an den Start

14.01.2005 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Am 1. Januar 2005 hat die "Universitäres Herzzentrum Hamburg gGmbh" (UHZ) als 100-prozentige gemeinnützige Tochter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ihren Betrieb aufgenommen. Das universitäre Herzzentrum ist damit seit nunmehr 14 Tagen ein Plankrankenhaus der Freien und Hansestadt Hamburg mit 120 Betten. UHZ-Struktur:
Zum UHZ gehören die Kliniken für Kardiologie/Angiologie, Kinderkardiologie, Herz- und Gefäßchirurgie sowie Kinderherzchirurgie. Die rechtliche Verselbstständigung fördert die interdisziplinäre Vernetzung der Kliniken und findet Ausdruck in einer gemeinsamen kardiologischen und herzchirurgischen Intensivstation, gemeinsamen Ambulanzen sowie interdisziplinär belegten Normalstationen. Die strukturelle Ausgliederung und Verselbstständigung - in der deutschen Universitätenlandschaft bisher einmalig - erlaubt eine höhere Marktflexibilität, beispielsweise durch Vereinbarung innovativer Vergütungsmodelle mit den Krankenkassen, Kooperationen mit anderen Kliniken oder niedergelassenen Ärzten, professionelle Vermarktung und Außendarstellung sowie verstärkte Patienten- und Serviceorientierung. Die Ausgliederung des Herzzentrums ist gleichfalls eine rechtliche Vorbedingung für die angestrebte Kooperation mit externen Partnern und die Etablierung von Mitarbeiterbeteiligungsmodellen.
Um die Eigenständigkeit des UHZ herzustellen, mussten die Mitarbeiter der beteiligten Kliniken dem Betriebsübergang gemäß § 613 a BGB zustimmen. Die hohe Akzeptanz des UHZ fand ihren Ausdruck in dem nahezu vollständigen (größer als 98 Prozent) Übergang der Mitarbeiter in die neue Struktur. Dipl.-Kfm. Thomas Melosch, Geschäftsführer des UHZ: "Wir werten dies als Zeichen der hohen Identifikation und Motivation unserer Mitarbeiter mit ihrem Herzzentrum. Darauf sind wir stolz."

UHZ-Inhalte:
"Im Mittelpunkt des UHZ wird zukünftig noch mehr die interdisziplinäre Behandlung komplexer Erkrankungen mit den innovativsten Technologien stehen", sagt Prof. Dr. Hermann Reichenspurner, Ph.D., Ärztlicher Leiter des Herzzentrums und Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie. Schwerpunkte sind
- die Behandlung der koronaren Herzkrankheit mit schonenden Kathetereingriffen sowie minimal-invasiven und endoskopischen Operationstechniken
- die Behandlung von Herzrhythmusstörungen durch Ablation, Defibrillation und Schrittmacher
- die Behandlung von Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz), inklusive lückenloser telemetrischer Überwachung bis zur Herztransplantation
- die rekonstruktive Herzklappenchirurgie
- die Behandlung angeborener Herzfehler im Kindes- und Erwachsenenalter
- ausgewählte Spezialsprechstunden, beispielsweise für Patienten mit Synkopen, Erkrankungen der Hauptschlagader und seltene Erkrankungen (z.B. Marfan-Syndrom)

UHZ-Gebäude: "Alles unter einem Dach"
Da die räumliche Integration eine zwingende Voraussetzung für die interdisziplinäre Zusammenarbeit darstellt, wird das UHZ in einem Gebäude, dem bestehenden operativen Zentrum, verwirklicht. Das UKE wird in den Um- und Ausbau in diesem Jahr über fünf Millionen Euro investieren. Ab dem 1. Januar 2006 werden unsere Patienten im Erdgeschoss sämtliche Funktions- und Ambulanzräume sowie die Anmeldung des UHZ finden. Operationseinheiten und Intensivstationen bleiben bestehen. Um eine optimale Unterbringung der Patienten auf Normalstation zu gewährleisten, wird das Gebäude um ein Stockwerk erweitert. Prof. Dr. Thomas Meinertz, Direktor der Klinik für Kardiologie/ Angiologie: "Der sensationelle Blick auf die wunderschöne Hamburger Skyline von der Terrasse eines jeden Zimmers wird dem Genesungsprozess unserer Patienten sicherlich förderlich sein."

Im Wettbewerb bestehen
Professor Dr. Jörg F. Debatin, Vorstandsvorsitzender des UKE: "Mit der neuen UHZ-Struktur und der damit einhergehenden Integration von Inhalten und Infrastruktur haben wir die Grundlage für Wachstum in dem so wichtigen Bereich der Herzmedizin am UKE geschaffen. Unsere Patienten können sicher sein, dass Fortschritte in der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung bei uns schnellstmöglich Eingang in die klinische Anwendung finden. Dieses Privileg universitärer Medizin nehmen wir im Sinne unserer Patienten sehr ernst."