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deutsch (staatsexamen)


Germanistik | deutsch (staatsexamen) | Druckansicht14.10.2001
Art der Hochschule: Universität
Prüfungsort: Tübingen
Studienfach: Germanistik
Art der Prüfung: 1. Staatsexamen
Prüfer: sappler / philippi
Prüfungsfach: deutsch (staatsexamen)
Dauer der Prüfung: länger als eine Stunde
Note: keine Angabe;
Konntest du mit einem selbst gewählten Thema beginnen? Ja.
Versucht der Prüfer bei Schwierigkeiten zu helfen? keine Angabe

  • Prüfungsablauf
  • Tipps
Prüfungsfragen
prüfer sehr freundlich, herr philippi kommt zu spät.
ich beginne (selbstgewählt) mit mediävistik. mit herrn sappler komme ich bald in eine gute diskussion, was im endeffekt dazu führt, dass ich im bereich sprache 37 minuten geprüft werde.
der zweite teil der prüfung mit herrn philippi läuft nicht so gut. wir stehen unter zeitdruck, ich komme mit seiner art, fragen zu stellen nicht besonders zurecht. er stellt eine relativ konkrete frage, weitet sie aber anschließend stark aus. das zieht sich erstens relativ lang hin, eröffnet zweitens zu viele antwortmöglichkeiten. es wäre einfache, wenn er bei einer konkreten frage bleiben würde, oder eine solche jeweils an den schluss seiner ausführungen stellen würde.

tipps: leider habe ich (schon vor meiner prüfung) von verschiedenen seiten gehört (prüflinge und dozenten), dass herr philippi nicht unbedingt der optimale prüfer sei, wenn man nicht das absolute selbstvertrauen habe. aus eigener erfahrung kann ich nur dazu raten, ihn genau so zu unterbrechen, wie er den jeweiligen prüfling beim beantworten der fragen unterbricht. sonst redet der prüfer in der prüfung mehr als der prüfling! es ist ärgerlich hinterher das gefühl zu haben, man hätte mehr anbringen können, wenn man sich nur durchgesetzt hätte. mir persönlich fällt es aber sehr schwer, mich tatsächlich gegenüber einem prüfer durchzusetzen.

man sollte versuchen den prüfer mehr zu lenken, als sich vom prüfer lenken zu lassen. das klingt vielleicht schwierig, ist es aber nicht wirklich. man muss nur versuchen, eine diskussion aufzubauen, bzw am ende der antwort jeweils eine neue richtung anzugeben.
Sprache

1. herr sappler legt mir einen textauszug aus heinrich von veldekes eneasroman vor, den ich zunächst vorlesen, dann übersetzen und in den gesamtzusammenhang einordnen soll. wir geraten schließlich in eine diskussion über die struktur des romans (wenige hinweise auf die vorlagen), die stark auf die jeweils unterschiedliche behandlung der minne und die minne bezogen auf verschiedene figuren des romans bezug nimmt. ausgehend von der szene ist das gut möglich, da es sich um die darstellung von didos minne aus der sicht eines männlichen erzählers handelt.
2. das veldeke-problem wird im rahmen des themas mittelhochdeutsche dichtersprache angesprochen. ich versuche die situation im späten 12. jahrhundert zu skizzieren, besonders bezogen auf die eneit, gehe dabei auch auf konkrete schwierigkeiten (reim, dialekt usw) ein.
3. abrupter wechsel zum thema sprachgesellschaften des 17. jhs. mein wissen ist teilweise zu oberflächlich. ich werde nervös und werde mir unsicher bei den namen der grammatiker dieser zeit. frage am ende: haben die sprachgesellschaften tatsächlich etwas erreicht oder nicht?
4. altisländisch. ich gehe auf die sprachgeschichte und sprachentwicklung im bezug auf die anderen altnordischen sprachen ein und stelle (wenige) grammtische und ortographisch besonderheiten heraus.
5. neidhart. was für ein menschenbild wird bei neidhart dargestellt? wir werden im gespräch vom oberschulamtsmenschen unterbrochen, weil wir dringend mit der ndl weitermachen müssen.
6. zum thema wortbildung werde ich nicht gefragt.

literatur
1. herr philippi fragt mich zunächst nach meinem allgemeinen eindruck und besonderheiten an heinrich heine. meine versuche primärtexte einzubringen blockt er ab. offensichtlich will er bestimmte stichworte hören. wir gehen schließlich auf das "buch der lieder" ein. warum hat es so sehr zu seinem ruhm beigetragen? was ist das besondere an den reisebildern (genre)? sozialer und politischer hintergrund der zeit bezogen auf den außenseiter heine?
2. aus dem prüfungsthema "liebe in der lyrik des 20. jhs" werden mir drei texte vorgelegt. diese texte sind mir zwar glücklicherweise nicht fremd, aber ich habe sie leider nur irgendwann einmal überflogen; sie stammen nicht aus der liste von 40 texten, die herr philippi von mir haben wollte! alle drei thematisieren den ost-west-konflikt (barbara köhler, sarah kirsch und ???). wir kommen schließlich auf romeo und julia zu sprechen (intertextualität).
3. storm als novellist ist das thema. herr philippi fragt mich nach dem heimatbild in der lyrik storms und nach dessen politischem engagement. geschichtliche hintergründe sind gefragt. ich versuche die novellen einzubringen, scheitere aber. deshalb gehe ich auf storms autobiographische züge in seiner lyrik ein.
4. herr philippi stellt die these auf, dass es keinen naturalismus gebe. ich stutze. anstatt nach den relativ vielen texten zu fragen, die wir ausgewählt hatten (hauptmann-, schlaf-, holz-dramen (insgesamt 6) und der phantasus) fragt er mich nach skandinavischen vorbildern und will auf ibsen und bang raus.
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